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Inhalt von "Alles im Garten"

(Originaltitel: Everything in the Garden)
"Everything in the garden is nice and beautiful" = "Alles ist wunderbar"

Teuer ist das Leben - auch in amerikanischen Vorstädten wie jener, wo Jenny und Richard zu Hause sind. Dort muss man mindestens Mitglied im exklusiven Tennis-Club sein, die Nachbarn zu exklusiven Parties einladen und einen gepflegten, prächtigen Vorgarten besitzen, wenn man jemand sein will.
Deshalb sparen Jenny und Richard, wo sie nur können. Aber so sehr sie sich auch einschränken, das Geld reicht auf keine Art und Weise, schon gar nicht für so wichtige Dinge wie ein kleines Gewächshaus oder einen elektrischen Rasenmäher.Aber die Nachbarn können es doch auch, wundern sich Jenny und Richard. Wie können die sich all das leisten, was eben zu einem gewissen Lebensstil gehört?

Da macht Jenny eine wichtige Bekanntschaft: Frau Toothe weiss, wie man's macht. Sie bietet Jenny einen sehr lukrativen Job in den Nachmittagsstunden an. Ihr Mann muss ja nicht unbedingt etwas davon erfahren und sie wollte doch schon lange ein wenig dazu verdienen. Die anderen tun es doch auch. So weit, so gut, wenn da nicht der wohlhabende Jack wäre, der Jennys und Richards finanzielle Situation ein wenig aufbessern möchte....


Gedanken zum Stück

Der amerikanische Dramatiker Edward Albee hat ein überaus amüsantes und trotzdem knallhartes Stück über die finanziellen Rahmenbedingungen ganz normaler (amerikanischer) Familien geschrieben.

"Everything in the garden is nice and beautiful" heisst es in einem amerikanischen Sprichwort, was etwa so viel bedeutet wie "Alles ist wunderbar". Für das Ehepaar Richard und Jenny scheint dies auch zuzutreffen: Sie haben ein Haus, einen Garten, und liebe Nachbarn. Doch der Schein trügt. Unter der Oberfläche brodelt es und hinter der Maske der bürgerlichen Konformität verbergen sich Abgründe und Geheimnisse, die in den beiden ungeahnte Kräfte freisetzen.

Edward Albees Theaterstück "Alles im Garten" ist - vergleicht man es mit anderen Stücken - etwas Besonderes. Das Ausserordentliche an diesem Sück ist , dass der Autor eine Figur des alten abendländischen Theaters wieder einführt: den Spielansager (Hanswurst; Kommentator, Kasperl) in der Person von Jack, eine Figur, die mit dem Publikum Kontakt aufnimmt, aus der Handlung austritt, in sie hineintritt, sie stört und verändert und endlich wieder beschliesst. Albee gibt also dem Zuschauer zu Beginn ein Signal, dass Theater gespielt wird und somit das, was er sieht, eher als Spiel denn als Wirklichkeit anzusehen ist. Diese Parabel kann jedoch durchaus realistisch sein, wenn man Realismus als "innere Wahrheit" versteht.
Mit der Figur der Frau Toothe führt Albee eine weitere faszinierende Person in das Stück ein. Als personifizierte Form der Verführung, als Schicksalsgöttin wift sie ihre Netze aus. Die Menschen erliegen ihren Verführungskünsten auch, besonders wenn das grosse Geld lockt, selbst wenn man dabei über Leichen gehen muss. Die "Leiche" muss aber nicht notgedrungen diejenige eines Ermordeten sein, es kann durchaus ein Konkurrent sein, den man ausgetrickst hat oder eine Frau, die man ausgespannt hat ,"Leichen", die wir "begraben" und über die Gras wachsen wird.


Mit seinem bekannten zynischen Humor zeichnet Edward Albee ein rücksichtsloses Porträt der (amerikanischen) Doppelmoral und der Sehnsucht nach Wohlstand und Anerkennung. Nirgends jedoch zeigt er, wie unmoralisch das alles sei, sondern eher, wie traurig es ist und wie arm der Mensch mit dem gleichzeitigen Wachsen des Reichtums wird, welchen Preis er dafür zu zahlen hat.
Die in den späten Sechzigerjahren geschriebene bittere Komödie hat auch kurz vor der Jahrtausendwende nichts an ihrer Brisanz und Modernität eingebüsst.

 
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